Warum Investoren auf die Bremse treten
Shownotes
Wohnimmobilien gelten weiterhin als attraktives Investment. Dennoch werden Anleger bei ihren Entscheidungen deutlich zurückhaltender. Warum Kaufpreise, Zinsen und politische Rahmenbedingungen aktuell die größten Einflussfaktoren sind und welche Standorte Investoren besonders im Blick haben, erfährst du in dieser Folge.
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00:00:00: Im täglichen Geschäft spreche ich nicht nur mit privaten Immobilienkäufern, sondern auch sehr viel mit gewerblichen Kunden.
00:00:07: Hier habe ich immer wieder spannende Diskussionen und Erkenntnisse – und die möchte ich gerne mit euch teilen!
00:00:27: Wenn man aktuell mit Investoren spricht, hört man oft zwei Aussagen gleichzeitig.
00:00:32: Einerseits bleibt Wohnen eine der beliebtesten Assetklassen überhaupt andererseits ist die Unsicherheit spürbar gestiegen.
00:00:39: Die gute Nachricht zuerst Der Markt für Bestandswohnimmobilien zeigt sich weiterhin erstaunlich robust.
00:00:46: Trotz geopolitischer Krisen, Diskussionen über neue Regulierungen steigender Staatsverschuldung und Sorgen um Inflation und Zinsen bleibt die Mehrheit der Investoren grundsätzlich investitionsbereit.
00:00:59: Mehr als siebzig Prozent der befragten Marktteilnehmer bewerten die aktuellen Investitionsmöglichkeiten bei Wohnimmobiliens als neutral bis positiv.
00:01:08: Fast jeder Dritte sagt sogar, dass die Bedingungen aktuell gut oder sehr gut sind.
00:01:13: Das klingt zunächst nach einer positiven Stimmung.
00:01:16: Schaut man genauer hin, erkennt man aber auch – Die Euphorie der vergangenen Monate ist deutlich zurückgegangen!
00:01:23: Der sogenannte Wohn-Investment Index liegt aktuell bei gut fünfzig Komma vier Punkten zur Einordnung.
00:01:30: Die Skala reicht von Nullpunkten für maximale Skepsis bis einhundert Punkte für maximales Zuversicht.
00:01:37: Mit fünfzig Punkten liegt der Markt also noch im positiven Bereich, allerdings deutlich vorsichtiger als noch Ende letzten Jahres.
00:01:45: Oder anders gesagt?
00:01:46: Die Investoren glauben weiterhin an den Wohnungsmarkt – sie wegen Risiken aber deutlich genauer ab!
00:01:52: Besonders spannend sind die Erwartungen bei den Kaufpreisen.
00:01:56: Im Herbst von Jahrzehnten gingen noch über achtzig Prozent der Investoren davon aus dass die Preise stabil bleiben oder sogar steigen.
00:02:05: Heute sind es nur noch knapp achtundfünfzig Prozent.
00:02:08: Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jetzt ein neuer Preisrutsch erwartet wird – viel mehr rechnen viele Marktteilnehmer damit, das sich die Preise seitwärts bewegen oder lokal etwas nachgeben könnten.
00:02:20: Für Käufer kann das durchaus interessant sein, denn während die Verkäuferseite vielerorts noch die Preisvorstellungen aus den Boomjahren im Kopf hat werden Investoren bei ihren Kalkulationen wieder deutlich konservativer!
00:02:33: Was sich dagegen kaum verändert hat, ist die langfristige Strategie vieler Anleger.
00:02:39: Rund ein- und siebzig Prozent der Befragten setzen weiterhin auf by and hold – also kaufen, entwickeln, vermieten und langfristig im Bestand halten.
00:02:48: Das zeigt, dass Wohnimmobilien weiterhin als Substanzinvestment betrachtet werden.
00:02:53: Gerade in unsicheren Zeiten schätzen viele Anlegers die Kombination aus laufenden Mieteinnahmen.
00:03:02: Interessant ist dabei auch, rund zweiundvierzig Prozent der Investoren planen in den kommenden zwölf Monaten neue Ankäufe.
00:03:10: Gleichzeitig denkt nur etwa jeder fünfte über Verkäufer nach!
00:03:14: Das spricht gegen Verkaufsdruck am Markt – viele Eigentümer sehen aktuell keinen Grund ihre Bestände abzugeben.
00:03:20: Stattdessen konzentrieren sie sich auf Vermietung, Optimierung und Weiterentwicklung ihrer Objekte.
00:03:26: Mit Abstand größtes Risiko bleibt aus Sicht der Befragten das Mietrecht.
00:03:30: Mehr als achtzig Prozent nennen mögliche weitere Verschärfungen, als größte Unsicherheit für den Wohninvestmentmarkt.
00:03:38: Das zeigt dass Investoren weniger Angst vor dem Markt selbst haben sondern viel mehr vor politischen Eingriffen die Renditen oder Handlungsspielräume einschränken könnten.
00:03:49: Noch stärker gestiegen ist allerdings ein anderer Risikofaktor Zinsen und Inflation.
00:03:55: Während im letzten Barometer nur rund und dreißig Prozent steigende Finanzierungskosten als relevantes Risiko gesehen haben, sind es inzwischen fast vierundsechzig Prozent.
00:04:06: Das ist ein deutlicher Sprung!
00:04:08: Erstaunlich gering ist dagegen die Angst für weiteren Preisrückgängen – nur rund vierzehn Prozent sehen darin aktuell ein wesentliches Risico.
00:04:16: Das deutet daraufhin, dass viele Investoren den Markt inzwischen als weitgehend stabilisiert
00:04:21: ansehen.".
00:04:22: Zusammenfassend kann man sagen, die Zeit der schnellen Entscheidungen und blindsteigenden Preise scheint allerdings erst einmal vorbei zu sein.
00:04:30: Heute zählen Analyse, Standortqualität und ein langer Atem mehr denn je!
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