Neubaumarkt im freien Fall
Shownotes
Die Zahl der Fertigstellungen fällt auf den niedrigsten Stand seit 2012. Hohe Baukosten, lange Bauzeiten und schwierige Finanzierungen bremsen den Neubau massiv aus – während der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter steigt.
2025 wurden in Deutschland nur noch rund 206.000 Wohnungen fertiggestellt – fast 90.000 weniger als noch vor wenigen Jahren. Warum immer mehr Projekte gestoppt werden, weshalb der Bestand jetzt stärker in den Fokus rückt und was das für Mieten, Investoren und Eigentümer bedeutet.
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00:00:00: Im täglichen Geschäft spreche ich nicht nur mit privaten Immobilienkäufern, sondern auch sehr viel mit gewerblichen Kunden.
00:00:07: Hier habe ich immer wieder spannende Diskussionen und Erkenntnisse – und die möchte ich gerne mit euch teilen!
00:00:27: Der deutsche Wohnungsbau steckt weiter richtig tief in der Krise.
00:00:31: Die neuesten Zahlen vom Statistischen Bundesamt zeigen jetzt noch mal ziemlich deutlich wie stark der Markt eingebrochen ist.
00:00:38: Zwei tausend fünfundzwanzig wurden in Deutschland nur noch rund zweihundert sechstausend Wohnungen fertiggestellt.
00:00:44: Das sind ganze achtzehn Prozent weniger als im Vorjahr und das ist nicht einfach nur ein kleiner Rückgang, sondern mittlerweile das zweite Jahr in Folge mit einem massiven Einbruch.
00:00:55: Zwischen-Zwei-Tausend-Einundzwanzig und Zwei-Tausend-Dreiundzwanzig lagen die Fertigstellungen noch bei rund zweihundertvierundneunzigtausend Wohnungen pro Jahr.
00:01:05: Wir reden also inzwischen über fast neunzig Tausendwohnungen weniger pro Jahr als noch vor kurzer Zeit, und besonders spannend so wenig Wohnungen wurden zuletzt zwei tausend zwölf fertiggestellt – also vor über zehn Jahren!
00:01:19: Vor allem der klassische Neubau leidet massiv.
00:01:22: Im reinen Neubau, also ohne Umbauten im Bestand wurden nur noch etwa einhundert zwanzigtausend Wohnungen fertig.
00:01:30: Das sind nochmal zwanzich Prozent weniger als im Vorjahr.
00:01:34: Besonders betroffen sind mehr Familienhäuser.
00:01:36: Dort ging die Zahl der fertig gestellten Wohnungen um knapp neunzehn Prozent zurück.
00:01:42: Regional sieht man ebenfalls große Unterschiede.
00:01:45: In Ostdeutschland brachen die Fertigstellungen sogar um mehr als vierunddreißig Prozent ein.
00:01:51: Im Westen lag das Minus immerhin noch bei fast siebzehn Prozent.
00:01:55: Was man dabei aber auch sieht, der Umbau im Bestand bleibt vergleichsweise stabil.
00:02:01: Wohnungen, die durch Dachausbau, Umnutzung oder andere Bestandsmaßnahmen entstanden sind, gingen nur leicht zurück.
00:02:07: Und genau das könnte ein ziemlich wichtiges Signal für die kommenden Jahre sein, denn viele Investoren und Eigentümer merken inzwischen im Bestand lässt sich oft wirtschaftlicher entwickeln als auf der Grünen Wiese neu zu bauen.
00:02:20: Dann kommt noch ein weiteres Problem dazu – die Projekte dauern immer länger!
00:02:24: Von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung vergehen inzwischen durchschnittlich siebenundzwanzig Monate.
00:02:34: Das klingt erst mal nach einer kleinen Veränderung, ist für Projektentwicklungen aber enorm.
00:02:39: Denn längere Bauzeiten bedeuten höhere Finanzierungskosten mehr Risiko und oft auch schlechter kalkulierbare Projekte.
00:02:47: Besonders interessant ist auch der sogenannte Bauüberhang.
00:02:50: Es gibt aktuell deutlich mehr genehmigte Wohnungen als tatsächlich fertig gestellte Wohnen, trotzdem bleibt der Überhang riesig bei über siebenhundertsechzigtausend Wohnungen.
00:03:01: viele Projekte existieren also auf dem Papier werden aber gar nicht oder nur sehr verzögert umgesetzt.
00:03:07: und genau da wird es für den Immobilienmarkt spannend denn auf der einen Seite bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch.
00:03:15: Gerade in Ballungsräumen, auf der anderen Seite kommt immer weniger neues Angebot auf den Markt – das dürfte mittelfristig den Druck auf Mieten und Bestandswerte weiter erhöhen!
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